Versuch einer Paradiso-Umrundung Juli 2002

Der Plan war großartig,- in Schwierigkeitsgrad und Bedingungen (5 Biwackübernachtungen) eine Steigerung dessen, was wir bisher gemacht hatten,- leider passte der Plan nicht ganz zu der Tatsache, dass mein linkes Knie schon seit Monaten schmerzte. Ich schildere hier nur den Weg, den wir tatsächlich gegangen sind, 3 Tage von Pont im Valsavarenche bis Cogne.

Anfahrt nach Pont (1960) im Talschluss des Valsavarenche, wegen starken Regens Übernachtung im Hotel (Doppelzimmer, Frühstück pro Person 82 Euro). Am nächsten Tag schönstes Wetter (Foto des Tals oberhalb des Campingplatzes), gegen 10.00 Uhr Aufstieg zum Rif. Vittorio Emmanuele am Gran Paradiso, dort Mittagspause mit Blick auf die südwestlichen Ausläufer der Paradiso-Kette (Fotos):
Ciaforon(3640) Becca di Monciair(3544)-Denti del Breuil Talschluss mit Pta Fouraz und Mare Perchaz (3385)

Weiter auf der Alta Via 4 in Richtung Rifugio Chabod, erstaunlich langsam: 3 Std. bis Chabod - die Rucksäcke sind schwer wie nie: Proviant inklusive Gaskocher für 5 Biwackübernachtungen, und wegen kleinerer Gletscherquerungen auch noch Steigeisen. Auf den Karten ist der Weg gepunktelt: Blockfelder am Hang, in denen wir auch einmal ein wenig die Spur verlieren. Anders als auf älteren Karten eingezeichnet hält man sich auf etwa gleicher Höhe, eher ansteigend, ab der Alpe de Laveciau, direkter Richtung Hütte, und trifft erst unmittelbar unter der Hütte auf den Pfad, der aus dem Valsavarenche hochsteigt. Ist gut markiert. Beim Queren der schärenartigen Rippen Gemsen gesichtet, die jedoch, anders als Steinböcke, sich langsam verzogen haben, bevor man näher kommt.
 
Freundliche Hütte. Die junge Wirtin erklärt mir an einer Wandkarte, dass wir am nächsten Tag zur Überschreitung des Money- oder Neyrongrates der Markierung bis zm Col Neyron Ovest folgen müssten, auf der anderen SEite gehe es dann 200 m an Ketten runter. Mit unseren Rucksäcken wolle sie das nicht machen müssen, und auch nicht den Herbetetpass. Und wir sollen der Hüttenwirtin von Rif. Pontese Grüße bestellen (wir schaffen es aber nicht bis dahin).
Schlange stehen im Duschraum. Später an der Wäscheleine kommt dieses Prachtexemplar von Steinbock in nur 10 m Abstand vorbei, lässt mir Zeit, hoch zu rennen und die Kamera zu holen, lässt sich überhaupt von jedermann und -frau fotographieren.
Links die Nordwestwand des Gran Paradiso vom Rif. Chabod aus aufgenommen. Man sieht die Spur von Chabod zum Gran Paradiso,- einige Spalten, und den großen Abstand zwischen Endmoräne (Vordergrund) und jetziger Gletscherzunge.

W. fragte einen Bergführer, ob die Wand des Paradiso schwierig sei, und ob sie überhaupt gemacht werde: „Pas difficile, seulement tres vertical.“ 

Nach dem Abendessen bin ich noch auf die Rippe oberhalb der Hütte. Die Westwand der Paradisokette war rot beleuchtet, während es an meinem Standort immer dunkler wurde:

Herbetet(?), jedenfalls ist die linke Rippe der Neyrongrat zwischen Herbetet und Pta. Money.
Piccolo Paradiso (?), links die Gletscherscharte wäre dann der Col di Montandayne  Gran Paradis mit Laveciaugletscher

 
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